Wo viel Licht entsteht, entsteht auch viel Schatten.

TaLaPa Modell 1

TaLaPa Modell 1

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Während in Rom nach wie vor Papst Ratzi I. sein Unwesen treibt, kann nun auch im Lüneburger Vatikan verkündet werden: “Wir sind Papst!” Im Testlabor klopfte jüngst die erste Taschenlampen-Papst-Lampe an. Natürlich bekam sie eine Audienz.


Verpackung/Lieferumfang:
Ausgeliefert wird die Lampe in einer stabilen Metallbox. Enthalten sind ferner ein flacher Ring, der gegen den gezackten Ring zwischen Body und Tailcap ausgetauscht werden kann, ein Holster, ein Lanyard und zwei Batterien zum Betrieb.

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Halleluja! In dieser schicken Metallbox wird die Lampe ausgeliefert.

 

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Öffnet man das Verdeck des Papamobils, zeigen sich Lampe, Holster, Lanyard, alternativer Ring und zwei Batterien der Öffentlichkeit.


Beschreibung der Lampe:
Länge: 148 mm
Reflektoröffnung: 25 mm
Durchmesser Kopf: 35 mm
Durchmesser Tail: 26 mm
Gewicht: 126 g
Gewicht mit Akku: 174 g
Anodisierung: HA III, gut und gleichmäßig ausgeführt.
Tailstand: ja.
Rollschutz: ja, mit vormontiertem gezackten Ring.
Löcher für Lanyard: ja, Loch in der Tailcap.
wasserdicht: ja, durch Praxistest geprüft.

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Der Papst und seine Gewänder: Links die Ausführung in Dunkelgrün, rechts die “Titan”-Version. Ferner sind noch die Farben schwarz und matt-schwarz lieferbar. Bei den abgebildeten Lampen handelt es sich um die Modelle der ersten Serie, die auf 20 Stück limitiert ist. Langfristig wird es nach aktuellem Stand wohl weniger Farben geben.

 

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Der werksseitig montierte gezackte Ring dient als Rollschutz. Wen er bei der Handhabung stört, kann ihn gegen den abgebildeten flachen Ring austauschen.

 

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Im Vordergrund: Lampe mit montiertem flachem Ring.

 

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Die Gewinde sind sauber geschnitten und laufen leichtgängig und spielfrei. Lediglich beim Ansetzen der Tailcap muckten beide Lampen, da die Gewinde nicht sofort ineinander griffen. Hier sollte langfristig nachgebessert werden.

 

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Die Wandstärke des Lampenkörpers ist mehr als ausreichend.

 

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Papst-Lego: Die Lampenköpfe sind austauschbar.

 

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Das Holster ist breit genug, um die Lampe Bezel-up und Bezel-down aufzunehmen.


Leuchteinheit:
Die Lampe ist mit einer Cree-XP-G-LED bestückt. Je nach Ausführung findet sich das Leuchtmittel in einem SMO-Reflektor bzw. hinter einer weißen Kunststoffmasse. Die Frontlinse besteht aus Glas.

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Standard-Kopf mit SMO-Reflektor.

 

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Der Flood-Kopf bietet durch den “fehlenden” Reflektor kaum Reichweite, dafür aber eine absolut gleichmäßige Ausleuchtung des unmittelbaren Nahbereichs.


Stromversorgung/Laufzeittest:
Ein 18650-Akku oder zwei CR123-Batterien powern die Lampe. Angegeben ist der päpstliche Geselle mit 300 OTF-Lumen in der hellsten Einstellung. Nach 3 Minuten regelt die Lampe innerhalb etwa einer Minute herunter bis auf 3.700 Lux. Ausschalten und Durchschalten zurück in den hellsten Modus bringt wieder die volle Power. Darüber hinaus gibt es eine weitere, programmierbare Stufe. Beim Test wurde die Lampe in der hellsten Stufe eingeschaltet und kurz nach Beginn jeden Herunterregelns wieder bis in die hellste Stufe durchgeschaltet. Zur prophylaktischen Kühlung wurde ein Ventilator zugeschaltet.

Praxistest Laufzeitmessung 18650-Akku:
beim Einschalten: 9.300 Lux
nach 5 Minuten: 9.000 Lux
nach 15 Minuten: 8.600 Lux
nach 30 Minuten: 8.100 Lux
nach 45 Minuten: 8.000 Lux
nach 60 Minuten: 8.000 Lux
nach 75 Minuten: 7.700 Lux
nach 90 Minuten: 7.400 Lux
nach 105 Minuten: 7.100 Lux
nach 120 Minuten: 6.300 Lux
Nach 125 Minuten wurden noch 4.500 Lux angezeigt. Der Akku wurde entnommen und mit 3,38 Volt gemessen.
Die programmierbare Leuchtstufe ist nach oben hin in der Leistung begrenzt. Der maximal gemessene Wert betrug 5.400 Lux. Diese zweite Stufe ist nicht durch eine automatische Herunterregelung limitiert. Nach 90 Minuten Dauerbetrieb in dieser Stufe wurden noch 4.700 Lux angezeigt.

Praxistest Laufzeitmessung 2x CR123A-Batterie:
beim Einschalten: 8.100 Lux
nach 5 Minuten: 8.100 Lux
nach 15 Minuten: 8.300 Lux
nach 30 Minuten: 7.800 Lux
nach 45 Minuten: 7.400 Lux
nach 60 Minuten: 6.400 Lux
nach 75 Minuten: 5.000 Lux
Nach 85 Minuten war die Lampe bei 3.000 Lux angekommen. Die Batterien hatten zu diesem Zeitpunkt eine Leerlaufspannung von unter 2 Volt.

Fazit: Die Regelung ist nicht optimal, geht aber in Ordnung. Beim Betrieb mit einem 18650-Akku liegt der Verlust gegenüber der Maximalleistung nach 30 Minuten bei 10 Prozent. Dieser Wert wird auch nach einer Stunde noch annährend gehalten. Bei nachlassender Leistung, die allerdings fürs Auge kaum wahrnehmbar sein dürfte, ist nach 2 Stunden Ende im Gelände.
Beim Betrieb mit 2 CR123A-Batterien ist die Laufzeit entsprechend kürzer und die Maximalleistung etwas geringer. Ersteres liegt auf der Hand, Letzteres dürfte daran liegen, wie der Treiber mit den unterschiedlichen Spannungen umgeht.
Generell ist die Tatsache, dass die Lampe nach 3 Minuten herunterregelt, zwar durchaus praxisbezogen, da man selten die volle Lichtausbeute über diesen Zeitraum benötigt. Andererseits hat eine Lampe aber genau zu dem Zweck einen Schalter, dass man ihn betätigen kann. Will sagen, man schaltet eine Lampe dann in eine dunklere Stufe, wenn man die maximale Leistung nicht mehr benötigt. Für den Fall, dass man die maximale Leistung länger als 3 Minuten benötigt/haben möchte, sind gleich drei Klicks notwendig: Einer, um die Lampe auszuschalten, einer, um sie in die dunklere Stufe zu schalten und einer, um sie wieder in die hellste Stufe zu schalten – in meinen Augen eine eher umständliche Prozedur.

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Eine Cinch-Verbindung sorgt für den Stromfluss.

 

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Das Gros der Elektronik sitzt im Body.


Bedienung:
Die Lampe verfügt über einen seitlichen Schalter unterhalb des Lampenkopfs. Der Schalter hat einen mittelharten, aber konkreten Druckpunkt. Ein Druck schaltet die Lampe in der ersten Stufe ein. Durch einen weiteren Druck kommt man in Stufe 2. Der nächste Druck schaltet die Lampe aus. Die erste Leuchtstufe kann in der Helligkeit programmiert werden. Wenn man den Schalter bei eingeschalteter Lampe (in Stufe 1) gedrückt hält ohne ihn ganz durchzudrücken, rampt die Lampe in der Helligkeit hoch und wieder runter. An dem Punkt, an dem die gewünschte Helligkeit erreicht ist, lässt man den Schalter los. Diese Leuchtstufe ist nun dauerhaft gespeichert. Alternativ führt auch ein Doppelklick mit anschließendem Halten des Schalters zum selben Ergebnis.
Die Lampe verfügt in Stufe 1 auch über eine Momentlichtfunktion, die durch Antippen und Halten des Schalters für die Dauer des Haltens abgerufen werden kann.
Eine Besonderheit fiel bei den Testmodellen auf: Wenn die Stromversorgung durch die Entnahme von Akku oder Batterien unterbrochen wird, geht auch die gespeicherte Leuchtstufe verloren, und die Lampe startet in einer etwas dunkleren Stufe als der maximalen. In der Praxis ist das nicht weiter tragisch, da der vorherige Zustand innerhalb weniger Sekunden wieder hergestellt ist.

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Ein Druck auf den Tailcap-Clicky schaltet die Lampe… nee, hier ist ja gar nichts, außer dem Loch fürs Lanyard.

 

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So, nochmal von vorne: Ein Druck auf den seitlichen Schalter schaltet die Lampe ein. Der Schalter ist gut zu erreichen und macht einen soliden Eindruck.


Beam:
Kopf mit OP-Reflektor: Auf kürzeste Entfernungen setzt sich der Hotspot deutlich von Sidespill ab. Unter 10 Zentimetern sind einige Ringe im Lichtbild zu sehen, was nicht praxisrelevant ist, aber auffällig. Leuchtet man etwas weiter, fällt auf, dass der Hotspot mit einer verhältnismäßig großen Corona in den Sidespill übergeht. Am äußersten Rand ist auch hier ein heller Ring zu sehen. Das wirkt in keinster Weise störend, da es außerhalb des Bereichs liegt, wo man hinschaut. Auf jeden Fall ist es ein sehr ungewöhnliches Lichtbild, das jedoch nicht unangenehm wirkt Insgesamt bietet die Lampe einen ausgewogenen Mix zwischen Ausleuchtung und Reichweite, wobei mir aufgefallen ist, dass sie subjektiv etwas heller wirkt als vergleichbare Lampen mit gleicher Lumenzahl. Während andere Lampen beim Bouncing ähnlich hell waren, hatte die TaLaPa-Lampe beim Praxistest im Wald augenscheinlich immer ein wenig die Nase vorn.

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“White-Knittertapete-Beamshot” der Reflektorlampe.

 

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Das Lichtbild auf kürzeste Entfernung.

Kopf ohne Reflektor: Egal, ob auf kürzeste oder mittlere Entfernungen – dadurch, dass die LED direkt hinter der Linse sitzt, hat das Licht reinen Flutcharakter. Die Reichweite ist auf etwa 20 Meter begrenzt, wobei die ersten Meter extrem gleichmäßig ausgeleuchtet sind.

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“White-Knittertapete-Beamshot” der reflektorlosen Version.


Resümee:
Das Rad wird hier nicht neu erfunden; vielmehr bekommt man für einen angemessenen Preis eine Lampe, die sich vor der renommierten Konkurrenz nicht zu verstecken braucht. Mit der XP-G-LED wurde eine gute Wahl getroffen, da sie einen guten Kompromiss aus Reichweite und Wegausleuchtung bietet. Das gilt für die Reflektor-Version der Lampe. Beim Fluter-Kopf wäre eine hoch angesteuerte XM-L-LED meines Erachtens die bessere Wahl. Die Verarbeitung geht in Ordnung, sieht man einmal davon ab, dass die Tailcaps der Testkandidaten beim Zuschrauben etwas hakeln, bevor die Gewinde greifen. Dass die dunkle Leuchtstufe nach einem Batterie/Akkuwechsel neu programmiert werden muss, ist kein wirkliches Manko, da dies innerhalb Sekunden machbar ist. Als störend empfinde ich das automatische Herunterregeln in der hellsten Stufe, denn als Nutzer möchte ich lieber selbst entscheiden, wann ich viel und wann weniger Licht benötige. Wen das nicht stört, der bekommt für 59 Euro (Stand: September 2011) eine solide Lampe zu einem angemessenen Preis. Letztlich werden wohl noch einige Veränderungen vorgenommen werden, bevor die Lampe in größerer Serie aufgelegt wird. Zur Verfügung gestellt wurde die Lampe vom Taschenlampen-Papst www.taschenlampen-papst.de Unter der selben Internet-Adresse kann die Lampe auch bezogen werden.

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Größenvergleich. Fenix LD20, TaLaPa-Lampe, Spark SL6.

 

Die Outdoor-Beamshots wurden mit einer Belichtungszeit von 2 Sekunden bei Blende 4 und 800 ASA aufgenommen.

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TaLaPa mit Flood-Kopf

 

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TaLaPa mit Reflektor-Kopf

 

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EagleTac T20 C2 MKII

 

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Lumintop TD15

 

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Spark ST6-360CW

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