Wo viel Licht entsteht, entsteht auch viel Schatten.

Sunwayman L10A

Sunwayman L10A

Rechte Winkel waren mir in der Schulzeit immer ein Greuel – hatten sie doch zumeist mit unglaublich schlechten Noten in Mathe zu tun. Ein noch größeres Greuel ist mir allerdings, wie ich gerade beim Beginn dieses Tests feststellen muss, dass mir mein Rechtschreibprüfungsprogramm die Schreibweise des Wortes “Greuel” als falsch anzeigt. Ein Blick in den Duden bringt die furchtbare Gewissheit: Tatsächlich – nach der Rechtschreibreform muss es “Gräuel” heißen. Das sieht allerdings nicht nur scheiße aus, sondern ist in meinen Augen auch eine ähnliche Vergewaltigung von geschriebenem Wort wie “Delfin”, “rau” oder “Stängel”.
Sei es, wie es sei, damals waren mir rechte Winkel ein Greuel und kein Gräuel, allein schon aus dem Grund, weil es diese Schreibweise damals noch nicht gab.

 

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Ein zumindest gespaltenes Verhältnis zu rechten Winkeln habe ich auch nach dem Test der Sunwayman L10A. Wobei wir endlich beim Thema wären, noch bevor eine Horde sesselpupsender Pädagogen vielleicht beschließt, dass die neue Schreibweise “Tema” lautet. Und mal ganz davon ab: Usner Gheirn knan acuh völilg bnut duchrienadner gweüfretle Wrote als lsebar ekrenenn, so lagne der estre und der ltezte Bchusabte sitmemn.


Verpakung/Liefaumfang:
In einer Pap/Plastikvapackung sind die Lammpe, ein Ersatz Ohrring, ein Ersatzgumi für die Tehlkäpp, ein Trageklipp, eine englischprachige Bedinungsanleitung, eine Garantikarte und eine kleine Werbeproschüre enthalten.

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Lifaumfang der L10A.

 

Und nun Schluss mit dem Anal-Phabetismus!


Beschreibung der Lampe/erster Eindruck:
Länge: 82,5 mm
Reflektoröffnung: 14,5 mm
Durchmesser Kopf: 21 mm
Durchmesser Tail: 21 mm
Gewicht: 62 g
Gewicht mit Akku: 88 g
Anodisierung: HA III, gut und gleichmäßig ausgeführt.
Tailstand: ja.
Rollschutz: logisch bei der Form, oder?
Löcher für Lanyard: Schlitz im Trageclip.
wasserdicht: laut Hersteller IPX-8. Zumindest das Testmodell erfüllte diese Norm nicht. Beim Unterwassertest drang an der Stelle, an der das Batterierohr in den Lampenkopf geschraubt wird, einiges an Wasser ein. Der O-Ring, der den Abdichtungsjob übernehmen soll, war intakt. Allerdings wies das Gewinde bis unmittelbar zu dem Punkt, an dem die Lampe komplett zugeschraubt war, einiges an Spiel auf. Ob dies ein “Ausreißer” eines Montagsmodells ist, wage ich zu bezweifeln und gehe davon aus, dass dies zumindest nicht die einizige L10A ist, die nicht wasserdicht ist.

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L10A von hinten.

 

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Innenansicht Lampenkopf.

 

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Das Batterierohr. Beim Testmodell hatte das silberne Gewinde zum Lampenkopf einiges an Spiel.

 

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Tailcap von außen.

 

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Tailcap von innen.

 

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Der Trageclip.

 

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Lampe mit Trageclip, der, je nachdem, wo man ihn vor dem Zuschrauben positioniert, sowohl hinten als auch seitlich befestigt werden kann. Unabhängig von der Position wabbelt er seitlich hin und her, da der Spalt zwischen Lampenkopf und Body zu breit ist, um ihn fest zu arretieren. Wenn man die Lampe in der Hand hält, nervt das gewaltig. Wird sie mit dem Clip an Hemd, Jacke, Gürtel, Hose oder sonstwo festgemacht, stört das nicht weiter.


Leuchteinheit:
Verbaut wurde eine Cree XR-E-R2-LED in einem OP-Reflektor. Davor sitzt eine ultraklare, beschichtete Glaslinse.

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Frontansicht.


Stromversorgung/Laufzeittest:
Betrieben werden kann die Lampe in einem Spannungsbereich von 0,9 bis 4,2 Volt. Somit ist die Stromversorgung mit einer AA-Batterie, einem NiMh-Akku sowie einem 14500-LiIon-Akku möglich. Zum Test wurden alle Varianten durchgespielt. Die Lampe wurde dabei in der hellsten Stufe betrieben, die vom Hersteller mit 130 Lumen für eine Stunde angegeben ist. Für Kühlung sorgte ein Ventilator.

Laufzeitmessung AA-Alkaline:
Beim Einschalten: 1.710 Lux
nach 5 Minuten: 1.190 Lux
nach 10 Minuten: 1.060 Lux
nach 20 Minuten: 750 Lux
nach 30 Minuten: 250 Lux
nach 40 Minuten: 700 Lux
nach 50 Minuten: 700 Lux
nach 60 Minuten: 700 Lux
Die Batterie wurde entnommen und unmittelbar nach Entnahme mit 0,92 Volt gemessen. Der Wert stieg innerhalb von 30 Sekunden auf 1,28 Volt an.

Laufzeitmessung NiMh-LSD-Akku (Sanyo Enepoop, 2.000mAh):
Beim Einschalten: 1.710 Lux
nach 5 Minuten: 1.420 Lux
nach 10 Minuten: 1.400 Lux
nach 20 Minuten: 1.350 Lux
nach 30 Minuten: 1.310 Lux
nach 40 Minuten: 1.240 Lux
nach 50 Minuten: 420 Lux
Notbremse gezogen, Akku mit 0,937 Volt im Leerlauf gemessen.

Laufzeitmessung LiIon 14500 (900mAh):
Beim Einschalten: 2.660 Lux
nach 5 Minuten: 2.410 Lux
nach 10 Minuten: 2.260 Lux
nach 20 Minuten: 2.060 Lux
nach 30 Minuten: 1.840 Lux
nach 40 Minuten: 1.750 Lux.
nach 50 Minuten: 1.600 Lux
Nach 59 Minuten und angezeigten 3,08 Volt ging die Lampe aus. Ich hatte – ehrlich gesagt, nicht mehr die Muße, herauszufinden, ob’s denn nun an der Schutzschaltung des Akkus lag oder daran, dass die Lampe ab einer bestimmten Akkuspannung abschaltet.

Fazit: Unabhängig vom Stromversorger wird die Lampe in der hellsten Stufe über die gesamten Laufzeit zunehmend dunkler. Der Batteriebetrieb mit einer Alkaline ist nur eine Notlösung, und dass die Lampe mit dem Eneloop einen halbwegs geregelten Eindruck macht, ist wohl weniger der Regelung als eher dem geringen Innenwiderstand des Akkus zuzuschreiben.
In den dunkleren Stufen hat man zwar mit allen Stormversorgern eine gleichbleibende Helligkeit über einen längeren Zeitraum. Aber bei einer 130-Lumen-Lampe ist das ähnlich, als hätte man den Sprung vom Trabi zum Käfer gewagt, den man aber nur Sonntags von 11 bis viertel nach 11 ausfahren kann und den Rest der Woche untertourig unterwegs ist. Auf der anderen Seite nutzt man eine EDC-Lampe meist immer nur kurzfristig und dann auch nicht ständig in der hellsten Stufe, sodass man den Leistungsverlust in der Praxis nicht oder kaum merken dürfte.

Bedienung:
Ein kurzer Druck auf den leichtgängigen Clicky schaltet die Lampe ein. Per Doppelklick werden die Modi gewechselt. Die Lampe hat kein Memory und startet immer in der hellsten Stufe. Die Schaltreihenfolge ist High (angegeben mit 130 Lumen für 1 Stunde), Low (angegeben mit 3 Lumen für 100 Stunden), Mid (angegeben mit 30 Lumen für 35 Stunden). Hält man den Clicky bei ausgeschalteter Lampe gedrückt, liefert die Lampe für die Dauer des Haltens Momentlicht in der hellsten Stufe. Hält man den Clicky bei eingeschalteter Lampe (egal in welcher Stufe) gedrückt, wechselt die Lampe für die Dauer des Haltens in den Strobe-Modus und beim Loslassen in die Leuchtstufe zurück, die vor dem Drücken aktiviert war.
Doppelklicken und Halten bei eingeschalteter Lampe aktiviert den Strobe dauerhaft, Doppelklicken und Halten bei ausgeschalteter Lampe aktiviert den Strobe für die Dauer des Haltens. Ein Doppelklick aus dem Strobe heraus schaltet die Lampe in die nächste Leuchtstufe.
Klingt kompliziert, ist es zunächst auch, aber man kann sich durchaus daran gewöhnen. Das UI ist grundsätzlich nicht verkehrt, auch, wenn es komplett anders ist als so ziemlich alle anderen UIs.

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Der Clicky sitzt oben auf dem Lampenkopf.


Beam:
Auf kürzeste Distanzen sind die von diesem LED-Typen bekannten “Cree-Ringe” deutlich ausgeprägt. Das macht sich auch noch im Nahbereich bemerkbar. Das Lichtbild ist ziemlich unausgewogen, wobei sich der Hotspot mit einer dunklen “Übergangszone” vom Sidespill absetzt. Ab einer Entfernung von einigen Metern verliert sich dieser Effekt fürs Auge.

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“White-wall-beamshot” der L10A.


Resümee:
Insgesamt gesehen, tut sich Sunwayman mit der L10A keinen Gefallen. Die Verarbeitung ist prinzipiell gelungen – solide gebaut, gut anodisiert, aber leider, zumindest beim Testmodell, nicht wasserdicht. Und auch beim maximalen Output offenbart die Lampe Schwächen. Unabhängig vom Stromversorger gibt es den “Three modes constant output”, wie es auf der Herstellerseite und in der Bedienungsanleitung steht, nicht. In der hellsten Stufe ist die Lampe nicht bzw. schlecht geregelt. Wen das alles nicht stört oder wer die Lampe nicht vorrangig in dieser Stufe nutzt, bekommt mit der Sunwayman L10A bei einem Preis zwischen 40 und 45 Euro (Stand: Februar 2012) eine Lampe mit einem ungewöhnlichen, aber sinnvollen UI. Zur Verfügung gestellt wurde die Lampe freundlicherweise vom Taschenlampen-Papst www.taschenlampen-papst.de Weitere Infos finden sich auf der Herstellerseite www.sunwayman.com

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Größenvergleich. Von links: iTP A3 EOS, Sunwayman L10A, Ultrafire C3, Spark SL5, SecuriLed RC4 R-II.

 

Die Outdoor-Beamshots wurden mit einer Belichtungszeit von 2 Sekunden bei Blende 4 und 800 ASA aufgenommen. Zum Vergleich: einige andere EDC-Lampen mit XR-E-LED.

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Sunwayman L10A 1,2/1,5 Volt

 

Sunwayman L10A 015
Sunwayman L10A 4,2 Volt

 

Sunwayman L10A 016
Fenix LD10

 

Sunwayman L10A 017
Fenix P1D

 

Sunwayman L10A 018
Ultrafire C3

 

Sunwayman L10A 019
MTE C3-907

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