Wo viel Licht entsteht, entsteht auch viel Schatten.

Sunree M60

Sunree M60

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Mit der M60 bietet Sunree eine Lampe mit zwei LEDs, aber nur einem Reflektor. Sinn und Zweck der Übung ist klar: Während die LED, die im Reflektor sitzt, für den mittleren und entfernten Bereich zuständig ist, leuchtet ihr reflektorloser Kollege den Nahbereich gleichmäßig aus.


Verpackung/Lieferumfang:
In einer Blisterverpackung sind die Lampe mit Überkopfband, eine Bedienungsanleitung in englischer Sprache und ein Garantiezettel in chinesischer Sprache enthalten.

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Lieferumfang der M60.


Beschreibung der Lampe:
Länge: 63 mm
Gewicht: 131 g
Gewicht mit Akkus: 183 g
wasserdicht: nach IPX6.

Stromversorgung/Laufzeittest:
Betrieben wird die M60 mit zwei AA-Zellen (Batterie, Akku). Das Batteriefach wird mit einer Rändelschraube verschlossen, die zwar nicht die stabilste ist, aber ihren Zweck durchaus erfüllt. Angegeben ist die Lampe in der hellsten Stufe mit einer Laufzeit von 2,5 Stunden und einer Laufzeit von 30 Stunden in der dunkelsten. Auf werksseitige Lumenangaben verzichtet Sunree komplett. Stattdessen werden lediglich Angaben zum Verhältnis Leuchtweite/Laufzeiten gemacht. Weiterhin ist aus der leicht verwirrenden Zeichnung auf dem Waschzettelchen herauszulesen, dass in die Lampe beim Betrieb in der hellsten Stufe (von Sunree als “Super high” bezeichnet) nach einer Minute in die “High”-Stufe wechselt. Zum Test trat die Lampe dem Luxmeter in der “High”-Stufe gegenüber. Für den nötigen Strom sorgten LSD-Akkus (Sanyo Eneloop) mit einer Kapazität von 2.000mAh.
Praxistest Luxmessung:
beim Einschalten: 2.050 Lux
nach 3 Minuten: 1.920 Lux
nach 5 Minuten: 1.860 Lux
nach 15 Minuten: 1.710 Lux
nach 30 Minuten: 1.620 Lux
nach 45 Minuten: 1.620 Lux
nach 60 Minuten: 1.610 Lux
nach 75 Minuten: 1.610 Lux
nach 90 Minuten: 1.610 Lux
nach 105 Minuten: 1.600 Lux
Kurz darauf fiel der Wert schlagartig auf 430 Lux. Die Akkus wurden zu diesem Zeitpunkt mit einer Leerlaufspannung von 1,13 Volt gemessen. Weitere fünfzehn Minuten später fiel der Wert auf 30 Lux. Gemessene Leerlaufspannung jetzt: 1.06 Volt, Ende des Tests.
Beim Betrieb mit Alkali-Batterien sind die Werte zu Beginn der Laufzeit ähnlich.
beim Einschalten: 2.030 Lux
nach 3 Minuten: 1.910 Lux
nach 5 Minuten: 1.850 Lux
nach 15 Minuten: 1.710 Lux
nach 30 Minuten: 1.560 Lux
nach 45 Minuten: 1.210 Lux
Nach 51 Minuten begann die Lampe zu blinken. Und erwies sich dabei als äußerst renitent. Das Herunterschalten in eine andere Stufe war nicht möglich, auch nicht beim Wechsel auf die andere LED. Wenn die Lampe einmal angefangen hat zu blinken, ist sie davon nicht mehr abzubringen. Sie blinkt kontinuierlich in einem durch und wird dabei immer dunkler. Auch nach zwei Stunden blinkt sie noch stur vor sich hin, statt die Restkapazität der Batterien in einem wesentlich sinnvolleren dunkleren Modus zu nutzen. Da hilft nur das Ausschalten und der fromme Wunsch, dem Chinesen, der das verzapft hat, an einer dunklen, abgelegenen Straßenecke zu begegnen.
Etwas mehr als 20 Minuten verhielt sich die Lampe mit beiden Stromversorgern nahezu identisch (die etwas unterschiedlichen Werte dürften Toleranzen bei den Messungen geschuldet sein). Anschließend können die Eneloops ihren Vorteil ausspielen. Während die Werte länger als 90 Minuten fast konstant sind, wird die Lampe beim Batteriebetrieb zusehends dunkler und streicht bereits nach knapp 50 Minuten die Segel.
Fazit: Ein Betrieb mit Batterien macht nur dann Sinn, wenn die Lampe nicht durchgängig in der hellsten Stufe betrieben wird, ansonsten muss man reichlich Ersatz mitnehmen. Beim Betrieb mit Eneloops zeigt die Lampe durch schlagartigen Leistungsabfall an, dass die Akkus bald gewechselt werden müssen und liefert noch eine Viertelstunde lang brauchbares Restlicht.

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Das Batteriefach.

 

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Die Rändelschraube muss nicht wirklich viel aushalten. Und das ist auch gut so.

 

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Die Batteriekontakte erfüllen zumindest ihren Zweck.

 

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Blick ins Batteriefach.

 

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Die Löcher an der Unterseite dienen der Kühlung.

 

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Verhältnis von Laufzeit und Reichweite statt ANSI-Lumen. Nicht nur hier geht die Lampe eigene Wege, wie wir noch sehen werden…


Leuchteinheit:
Für die Ausleuchtung des Nahbereichs kommt eine Cree-XR-E-Q5-LED zum Einsatz, die nackig im Gehäuse sitzt. Eine Cree-XR-E-Q3-LED in einem OP-Reflektor ist fürs Fernlicht zuständig.

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Links die reflektorlose LED für den Nahbereich, rechts die LED für die Ausleuchtung weiter entfernter Bereiche.


Bedienung:
Hier hat Sunree offenbar per Losverfahren entschieden, wer die Lampe programmieren darf. Allerdings unter der Voraussetzung, dass derjenige vorher noch nie mit Taschenlampen zu tun hatte. Die “Flood”-LED ohne Reflektor verfügt über die Leuchtstufen “Super high”, “High” und “Low”; die LED im Reflektor zusätzlich über eine “Medium”-Stufe. Der Betrieb mit der “Flood”-LED ist nachvollziehbar. Wird der Einschalknopf durchgedrückt, startet die Lampe in Medium. Beim Antippen wechselt sie auf Low, bei erneutem Antippen auf High, dann folgt wieder Medium usw. Befindet sich die Lampe im “Super high”-Modus, wechselt sie brav, wie in der Beschreibung angegeben, nach einer Minute in den “Medium”-Modus. Drückt man den Knopf durch, schaltet die Lampe aus. Drückt man ihn erneut durch, wird zur anderen LED gewechselt. Soweit alles schön und gut, hätte man der Lampe nicht einen “Allzeit-Pseudo-Memory-Modus” verpasst. Denn egal, ob nach einer Sekunde, einer Minute, einer Stunde oder einem Tag – die Lampe wechselt grundsätzlich bei jedem Einschalten den Modus. Positiv gesehen bietet die Lampe somit am nächsten Tag zumindest immer eine Überraschung.
Doch der eigentliche Brüller ist das Schaltkonzept der zweiten LED. Beim Einschalten wird ebenfalls zuerst der mittlere Modus aktiviert. Tippt man den Schalter nun an, wechselt die Lampe nicht auf “Low”, sondern auf “High”. Beim nächsten Antippen folgt “Low”, dann “Super high”. Anschließend nimmt die Helligkeit über eine Minute minimal, aber kontinuierlich ab, um dann innerhalb weniger Sekunden auf “Medium” zu fallen. Dann geht die ganze Prozedur wieder von vorne los, also: Medium-High-Low-Super high, fallend auf Medium. Tippt man den Schalter aus dem “Low”-Modus zweimal kurz hintereinander an, wird der SOS-Modus aktiviert. Und den hat die Lampe sich, davon bin ich fest überzeugt, selbst einprogrammiert, um einen Hilferuf nach einem anderen Programmierer abzusetzen. Denn Schillers “Glocke” auswendig zu lernen ist ein Kinderspiel im Vergleich dazu, dieses Bedienkonzept zu verinnerlichen.
Der Neigungswinkel wird durch Kunststoffzähne am Lampengehäuse verstellt, die in ein Gegenstück am Lampenhalter greifen, das ebenfalls aus Kunststoff besteht. Das wirkt auf den ersten Blick vielleicht nicht sonderlich solide, ist es aber. Rückblickend auf meine seligen Slot-Racing-Zeiten kann ich sagen, dass Kunststoffgetriebe eine halbe Ewigkeit gehalten haben, solange das Spiel zwischen Zahnrad und Ritzel optimal eingestellt war. Und diese Kombination war weitaus höheren Belastungen ausgesetzt als der Verstellmechanismus der M60. Das Überkopfband ist lang genug, damit die Lampe auch auf größeren Köpfen sicheren Halt findet.

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Hinter diesem unscheinbaren Schalter verbirgt sich ein Füllhorn lustiger Überraschungen.

 

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Der Verstellmechanismus verspricht durchaus eine lange Lebensdauer.

 

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Das Überkopfband hält die Lampe auch auf großen Köpfen sicher.


Beam:
Je nach angewählter LED stehen breit ausleuchtendes oder fokussiertes Licht zur Verfügung. Die Lichtfarben wurden unterschiedlich gewählt. Während das Flutlicht kaltweiß wirkt, ist das fokussierte Licht von der Lichtfarbe her deutlich wärmer.

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“White-wall-beamshots” der Reflektor-LED…

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…und ihrem Kollegen ohne Reflektor.


Resümee:
“M60 is the first double light source headlamp in the world”, wirbt der Hersteller. “M60 is the first double light source headlamp with such a funny Bedienkozept in the universe” wäre passender. Wen die hahnebüchene Bedienung nicht stört, der bekommt mit der Sunree M60 eine durchaus brauchbare Stirnlampe, die durch ihre beiden LEDs vielseitig verwendbar ist. Die Verarbeitung geht in Ordnung, den ein- oder anderen Sturz überlebt die Lampe problemlos, und auch starker Regen macht ihr nichts. Den Preis von unter 50 Euro (Stand: Februar 2011) ist die Lampe auf jeden Fall wert, aber der Programmierer muss auf die stille Treppe. Die Lampe wurde für den Test freundlicherweise vom Taschenlampen-Papst www.taschenlampen-papst.de zur Verfügung gestellt. Weitere Infos sind auf der Herstellerseite www.sunree.com zu finden.

Die Outdoor-Beamshots wurden mit einer Belichtungszeit von 2 Sekunden bei Blende 4 und 800 ASA aufgenommen. Alle Bilder zeigen die Lampen in den jeweils hellsten Leuchtstufen.

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Sunree M60, LED ohne Reflektor

 

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Sunree M60, LED mit Reflektor

 

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Taclights T-Eye

 

Sunree M60 018
Led Lenser H7R

 

Sunree M60 019
Spark ST5-150CW

 

Sunree M60 020
Fenix LD20

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