Wo viel Licht entsteht, entsteht auch viel Schatten.

Review Wolf-Eyes AK6

Review Wolf-Eyes AK6

Wolf-Eyes AK6 001
Sie ist solide, gut geregelt und handlich – dennoch dürfte die Wolf-Eyes AK6 nur einen eingeschränkten Käuferkreis finden. Schade eigentlich.


Verpackung/Lieferumfang:
In einem Geschenkkarton sind neben der Lampe mit montiertem Lanyardring sechs Batterien (Wolf-Eyes Li-FeS2), ein Lanyard und eine Bedienungsanleitung in englischer Sprache enthalten.

Wolf-Eyes AK6 002
Lieferumfang der AK6.


Beschreibung der Lampe:
Länge: 195 mm
Reflektoröffnung: 35,5 mm
Durchmesser Kopf: schmalste Stelle 44mm, breiteste Stelle 47 mm
Durchmesser Tail: 44 mm
Gewicht: 336 g
Gewicht mit Akkus: 492 g
Gewicht mit Batterien: 474 g
Und weil’s so schön ist: Gewicht mit den mitgelieferten W-E Li-FeS2-Batterien: 432 g.
Anodisierung: HA III, gut und gleichmäßig ausgeführt.
Tailstand: nein
Rollschutz: ja, mit montiertem Lanyardring.
Löcher für Lanyard: montierter Lanyardring.
wasserdicht: ja, durch Praxistest geprüft.

Wolf-Eyes AK6 003
Der werksseitig montierte Ring für die Lanyardbefesetigung.

 

Wolf-Eyes AK6 004
Das Batterierohr. Alle Gewinde laufen sauber und spielfrei.



Stromversorgung/Laufzeittest:
Sechs AA-Batterien/Akkus powern die Lampe. Die Stromversorger werden in ein Batteriemagazin eingesetzt, das solide verarbeitet ist. Nichts klappert, und die Batterien/Akkus können beim Bestücken des Magazin nicht von alleine aus selbigem herausfallen. Laut Wolf-Eyes soll mit den im Lieferumfang enthaltenen Batterien ein Lichtstrom von 650 Lumen für 2,5 Stunden geliefert werden. Da die Lampe bereits vor Testbeginn einige Zeit mit den von Werk bestückten Batterien in Betrieb war, erfolgte der Test mit Eneloop-Akkus mit einer Kapazität von 2.000mAh. Die Lampe wurde dabei in der hellsten Stufe betrieben und durch einen Ventilator gekühlt.
Praxistest Luxmessung:
beim Einschalten: 8.800 Lux
nach 15 Minuten: 8.300 Lux
nach 30 Minuten: 8.300 Lux
nach 45 Minuten: 8.300 Lux
nach 60 Minuten: 8.300 Lux
nach 75 Minuten: 8.300 Lux
Nach 84 Minuten begann die Lampe, in schneller Folge zu blinken und wurde dabei zunehmend dunkler. Sechs Minuten später wurden die Akkus entnommen und mit 1,0 Volt gemessen.
Herkömmliche Alkali-Batterien sind nicht der Lampe beste Freunde, wie ein zweiter Test zeigte. Beim Einschalten wurden 8.800 Lux gemessen. Nach 15 Minuten schaffte der Alkali-Sixpax immerhin noch 8.000 Lux, nach 21 Minuten musste er dann den hohen geforderten Strömen Tribut zollen. Die Lampe begann zu blinken und wurde dunkler. Unmittelbar nach Entnahme hatten die Zellen im Schnitt noch eine Leerlaufspannung von 1,31 Volt. Nach einigen Stunden der Erholung betrug die Spannung 1,44 Volt. Erneut ging es ab in die Batteriemagazin-Folterkammer. Erneut zeigte das Luxmeter zu Beginn der Messung 8.800 Lux. Diesmal dauerte es gerade mal zweieinhalb Minuten, bis die Lampe zu blinken begann. Unter Last war die Spannung innerhalb dieser kurzen Zeit bis auf 1,27 Volt eingebrochen – Testende.
Obwohl die mitgelieferten Batterien nicht für einen Testlauf eingesetzt werden konnten, ist davon auszugehen, dass mit ihnen tatsächlich eine deutlich längere Laufzeit (bei ebenfalls konstanter Helligkeit) als mit den Eneloop-Akkus erreicht wird, wie diverse Tests zum Thema Lithium-Batterien vs LSD-Akkus in der Vergangenheit gezeigt haben.
Fazit: Die Regelung der AK6 ist über die gesamte Laufzeit überdurchschnittlich gut. Mit bloßem Auge ist bis zum Schluss kein Helligkeitsunterschied feststellbar, sondern lediglich messbar. Während des Dauerbetriebs in der hellsten Stufe wird die Lampe nach einer Viertelstunde deutlich über Körpertemperatur warm, dabei wird die Wärme über das gesamte Lampengehäuse abgeführt. Ein Wärmeproblem unter regulären Nutzungsbedingungen im Freien besteht nicht.

Wolf-Eyes AK6 005
Das Batteriemagazin ist solide verarbeitet. Hier klappert nichts, und im Gegensatz zu vielen anderen Batteriemagazinen, in die man oft gerne die Finger deren Entwickler quetschen möchte, sitzen die Batterien stramm in den Aufnahmen.

 

Wolf-Eyes AK6 006
An den Pluspolen sitzt jeweils eine Diode, die rot leuchtet, wenn die Lampe an ist. Ist die Lampe aus oder sind die Stromversorger leer, leuchtet nix mehr. Der Sinn und Zweck erschließt sich mir nicht, aber das geht mir bei den meisten Politikern ähnlich.

 

Wolf-Eyes AK6 007
Die Feder für den Pluskontakt.


Leuchteinheit:
Als Lichtquelle dient eine Cree-MCE-LED, die in einem OP-Reflektor sitzt. Über die Vergütung der verwendeten Glaslinse macht Wolf-Eyes keine Angaben.

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Vorderansicht.

 

Wolf-Eyes AK6 009
Die Leuchteinheit…

Wolf-Eyes AK6 010
…kann bei Bedarf komplett getauscht werden.


Bedienung:
Eingeschaltet wird die AK6 mit einem Forward-Clicky mit mittelhartem Druckpunkt. Durch Antippen werden nacheinander die folgenden Leuchtstufen angewählt: 200 Lumen (7 Stunden); 18 Lumen (60 Stunden); 100 Lumen (11 Stunden); 300 Lumen (4,5 Stunden); 650 Lumen (2,5 Stunden); Strobe; SOS. Die Helligkeits- und Laufzeitangaben sind Herstellerangaben. Durchdrücken des Clickys schaltet die Lampe in der entsprechenden Leuchtstufe ein. Eine Memory-Funktion gibt es nicht; die Lampe startet beim Einschalten immer mit 200 Lumen. Trotz ihrer leichten Kopflastigkeit liegt die AK6 gut in der Hand. Gegen versehentliches Einschalten kann die Endkappe leicht gelöst werden.

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Endkappe mit Tailcap-Gummi. Der eigentliche Schalter…

Wolf-Eyes AK6 012
…sitzt auf dem Batteriemagazin.


Beam:
Das typische MCE-Kreuz ist nur auf kürzeste Entfernungen auffällig sichtbar, doch schon ab etwa einem halben Meter setzt sich der Hotspot weich und ohne Ringe von Sidespill ab. Auf größere Distanzen liefert die AK6 ein Lichtbild, das zwischen Flooder und Thrower angesiedelt ist.

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“White-wall-beamshot” der AK6.


Resümee:
Verarbeitung und Leistung stimmen bei der Wolf-Eyes AK6. Auch die Regelung ist exzellent und der Preis gerechtfertigt. Die Lampe liegt trotz ihres Gewichts gut und satt in der Hand. Über die Stromversorgung mit sechs AA-Zellen kann man geteilter Meinung sein, zumindest ist sie nicht sonderlich fortschrittlich. Doch das eigentliche Problem, das die Lampe meiner ganz persönlichen Meinung nach hat, ist ein gänzlich anderes: Sie ist zur falschen Zeit am falschen Ort. Für einen etwas höheren Anschaffungspreis liefert die Fenix TK45 eine ähnliche Reichweite, ist aber sichtbar heller und hat ein wesentlich homogeneres Lichtbild. Und wer einen MCE-, SST-50- oder XM-L-Thrower sucht, greift zu Lampen wie der Taclights Patriot oder der Thrunite Catapult, die bezüglich Größe, Gewicht und Preis in einer ähnlichen Liga spielen. Nichtsdestotrotz bekommt man mit der AK6 ein zuverlässiges und solides Produkt, von dem man lange etwas haben wird. Zur Verfügung gestellt wurde die Lampe vom Taschenlampen-Papst www.taschenlampen-papst.de Weitere Infos sind auf der Herstellerseite www.wolf-eyes.com zu finden.

Die Outdoor-Beamshots wurden mit einer Belichtungszeit von 2 Sekunden bei Blende 4 und 800 ASA aufgenommen. Zum Vergleich: die Fenix TK45 als Fluter (angegeben mit 760 Lumen) und die Taclights Patriot als MCE-Thrower (angegeben mit 800 Lumen).

Wolf-Eyes AK6 014
Wolf-Eyes AK6

 

Wolf-Eyes AK6 015
Fenix TK45

 

Wolf-Eyes AK6 016
Taclights Patriot

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