Wo viel Licht entsteht, entsteht auch viel Schatten.

Review Taclights Behemoth C12

Review Taclights Behemoth C12

Taclights Behemoth C12 001

Mit der Behemoth C12 kommt diesmal eine Lampe des relativ unbekannten chinesischen Herstellers Taclights auf den Prüfstand, die im Nah- und Fernbereich einsetzbar ist.

 

Zuerst wird nicht etwa der Lampe, sondern ihrem Namen auf den Grund gegangen. Was sich anhört wie ein Mittel gegen Blähungen, klärt sich spätestens beim Besuch eines bekannten Online-Wörterbuchs. Zitat: “Behemoth ist der Name eines Ungeheuers der jüdisch-christlichen Mythologie.”
Kann die Lampe ihrem Namen gerecht werden, oder ist sie doch eher ungeheuerlich?

 

Verpackung und Lieferumfang:
Die Behemoth wird in einem stabilen Pappkarton geliefert. Erhältlich ist sie in zwei Ausführungen: Als C12 (Lieferumfang: Lampe und Bedienungsanleitung) und als C12R (Lieferumfang: Lampe, Bedienungsanleitung, zwei 18650-Akkus, Ladegerät.)

Taclights Behemoth C12 002

Lieferumfang der Behemoth C12.

 

Beschreibung der Lampe:
Länge: 234 mm
Reflektoröffnung: 44,5 mm
Durchmesser Kopf: 52 mm
Durchmesser Tail: 30,5 mm
Gewicht: 281 g
Gewicht mit Akkus: 377 g
Anodisierung: HA II, gleichmäßige Ausführung.
Tailstand: nein.
Rollschutz: ja
Löcher für Lanyard: nein.
wasserdicht: ja, durch Praxistest bestätigt.
Besonderheiten: Die Anwahl der Modi erfolgt über einen Selektorring an der Tailcap. Ein- und ausgeschaltet wird die Behemoth über einen Clicky mit Mikroschalter.
Erster Eindruck:
Positiv fiel zunächst auf, dass alle Gewinde bereits ab Werk ausreichend gefettet sind. Negativ fiel auf, dass sich beim Ab- und Festschraubens des Lampenkopfs ein kleines Stück des O-Rings am Body löste. Dies ist nicht der Qualität des Rings geschuldet, sondern der Tatsache, dass er etwas zu dick ist und vom Lampenkopf beim Zuschrauben in Richtung Lampenkörper gedrückt wird. Ersatz-O-Ringe wurden leider nicht mitgeliefert, doch gemäß dem Motto “Die Welt gehört den Mutigen” musste das Ungeheuer den Unterwassertest eben so bestehen. Ergebnis: Nach mehrmaligem Ein- und Ausschalten und Durchschalten der Modi drang kein Wasser in die Lampe ein.

Stromversorgung/Laufzeittest:
Betrieben wird die C12 in einem Arbeitsbereich von 7,4 bis 12 Volt mit zwei 18650-Akkus oder vier CR123A-Batterien. Laut Hersteller liefert sie in der hellen Stufe 650 Lumen bei einer Laufzeit von 100 Minuten. Über den dunkleren Modus macht der Hersteller keine Angaben, sondern charakterisiert ihn als “target illumination”, zur Ausleuchtung größerer Flächen im Nahbereich. Der Praxistest erfolgte in der hellen Stufe, die Lampe wurde dabei mit zwei 18650er-Akkus mit einer Kapazität von 2500 mAh betrieben.
Praxistest Luxmessung:
Direkt nach dem Einschalten zeigte das Luxmeter 20.100 Lux Weitere Messergebnisse:
nach 5 Minuten: 19.200 Lux
nach 10 Minuten: 18.900 Lux
Nach 20 Minuten und angezeigten 18.900 Lux wurde die Behemoth spürbar warm. Da der Testlauf bei fest montierter Lampe ohne jegliche Kühlung stattfand, wurde eine konstante Kühlung in Form eines kleinen Modellbau-Ventilators installiert. Anschließend blieben die Lux-Werte bis zum Ende der Laufzeit nahezu konstant.
nach 30 Minuten: 18.900 Lux
nach 40 Minuten: 18 800 Lux
nach 50 Minuten: 18.700 Lux
nach 60 Minuten: 18.900 Lux
nach 70 Minuten: 18.900 Lux
nach 75 Minuten: 19.300 Lux
nach 80 Minuten: 18.300 Lux
Innerhalb der nächsten Minuten fiel der Wert kontinuierlich. Nach 85 Minuten zeigte das Luxmeter noch 12.200 Lux, Tendenz: schnell weiter fallend. Nach 90 Minuten wurde der Test bei 7.400 Lux abgebrochen. Die verwendeten Akkus wurden unmittelbar nach Entnahme noch mit knapp unter 3V gemessen. Kein Grund zur Besorgnis, aber auch kein Freifahrtschein, sie noch wesentlich länger zu verwenden, wenn das Licht dunkler wird.
Fazit: Bis auf die ersten Akkuspitzen bekommt der Treiber der Lampe die Akkus schnell in den Griff. Die Helligkeit wird, bei leichter Kühlung, über den gesamten Testzeitraum fast kontinuierlich gleichbleibend gehalten. Die zugeschaltete Kühlung durch den Modellbau-Ventilator lässt aus meiner Sicht nicht wirklich auf ein gravierendes Wärmeproblem der Lampe schließen, denn beim Einsatz draußen wird die Lampe schließlich durch die Umgebungsluft beim Laufen und den eigenen Blutkreislauf gekühlt. Sicher – ohne jegliche Kühlung gibt es ein Wärmeproblem, aber das ist im Vergleich zu den meisten mir bekannten Lampen mit MCE-Emitter als eher gering einzustufen.

Reflektor/Linse:
Zum Einsatz kommt eine Cree-Multichip-LED, die hinter einer Glaslinse sitzt. Als Reflektor wird ein OP verwendet.

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Eine Cree MC-E sorgt für Licht.

Bedienung:
Mittels eines Mikroschalters wird die Lampe ein- und ausgeschaltet. Dieser Schalter ist taktischer Natur, Momentlicht und Morsen sind problemlos mit einer Hand möglich. Doch da der Schaltweg bis zum eigentlichen Punkt, an dem der Schalter einrastet, relativ weit und der Druckpunkt sehr hart ist, war – zumindest mir – eine Einhandbedienung nicht möglich. Ist die Lampe einmal eingeschaltet, können die drei Modi in der taktischen Fausthaltung auch mit einer Hand angewählt werden. Dies geschieht über einen Selektorring an der Tailcap. Dreht man den Ring nach links, gibt das Ungeheuer seine geballte Leuchtkraft preis. Ein Stückchen weiter rechts liegt der “Low-Modus”, und in der Endstellung ganz rechts erreicht man den Strobe-Modus. Leider ist der Selektorring stufenlos verstellbar. Somit erfolgt keine spürbare Rückmeldung, in welchem Modus man sich gerade befindet, außer in den Endstellungen. Bei Tageslicht bereitet das keine sonderlichen Probleme, doch falls man die Lampe im Dunkeln in der “Low”-Stufe einschalten möchte, gerät dieser Versuch zum Lotteriespiel, sofern die Lampe nicht zuletzt in ebendiesem Modus ausgeschaltet wurde.

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Der Selektorring (mit Schräubchen) hat keine Rasterung.

Beam:
Auf kürzeste Entfernungen setzt sich ein klar definierter Hotspot durch eine dunklere Corona vom Sidespill ab. Bereits ab wenigen Metern Entfernung zeigt die Lampe, dass sie ihren Namen zu recht trägt. Sie leuchtet einen großen Bereich gleichmäßig aus und erzielt dabei gleichzeitig eine gute Reichweite, wobei der Schwerpunkt eher in Richtung Fluter geht.

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“White-wall-Beamshot” des Ungeheuers.

Resümee:
Insgesamt macht die Taclights Behemoth C12 einen mehr als ordentlichen Eindruck. Die Lichtleistung ist beeindruckend, dabei ist die Lampe immer noch handlich. An einigen Stellen allerdings ist Nachbesserung angesagt. (zu dicker O-Ring an der Verbindung Body/Kopf, keine Ersatz-O-Ringe, Druckpunkt des Clickys, Selektorring). Nicht, dass das Gesamtpaket schlechter wäre als bei manch anderen Fabrikaten, aber gerade ein noch unbekannter Hersteller sollte verstärkt darauf achten, dass es eben noch einen Tick besser ist. Zu beziehen sein wird die Lampe in Deutschland voraussichtlich ab Mai/Juni 2010 unter www.taschenlampen-papst.de, weitere Infos gibt es auf der Herstellerseite www.taclights.cn. Der Preis für die Lampe wird voraussichtlich bei 129 Euro (Stand: April 2010) liegen. Zu Verfügung gestellt wurde das Ungeheuer freundlicherweise von Taclights.

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Größe ist immer ein relativer Begriff. Die Taclights Behemoth im Vergleich mit der Olight M30, der Raidfire Spear, der Fenix TK11…

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…und der Led Lenser X21.

Die Outdoor-Beamshots wurden mit einer Belichtungszeit von 2 Sekunden bei Blende 4 aufgenommen. Das erste Bild zeigt als Vergleich die Olight M30 auf hellster Stufe, Bild 2 die Behemoth auf high, Bild 3 die Behemoth auf low. Wie auf Bild 2 zu sehen ist, “überstrahlt” die Behemoth im Spot sogar, was nicht dem Eindruck des menschlichen Auges entspricht. Hier hätte ich kürzer belichten müssen – ein Phänomen, das bei der eigentlich bewährten Einstellung bisher nur bei der Led Lenser X21 aufgetreten ist.

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