Review LD20 R4

Fenix LD20 R4 001

Fenix gibt Gas: Die aktuellste LD20 kommt nicht nur mit dem neuen Body, sondern auch mit der Cree 7090 XP-G R4-LED daher.

Dieser Test soll die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der verschiedenen LD20-Modelle aufzeigen. Zum Test traten an: Die LD20 R4 mit neuem Body (oben) und die LD20 Q5 (Cree 7090 XR-E Q5-LED) mit dem alten Body.

Fenix LD20 R4 002

Verpackung/Lieferumfang:
Bei beiden Modellen (bis auf den Trageclip bei der Ausführung mit neuem Body) identisch. In der Fenix-typischen Verpackung werden neben der Lampe ein Holster, ein Lanyard, ein Tütchen mit Ersatzgummi für die Tailcap und Ersatz-O-Ringen, eine Bedienungsanleitung (englisch), eine Garantiekarte und eine kleine Werbebroschüre mitgeliefert.

Beschreibung der Lampen:
(Die Zahlen in Klammern beziehen sich auf das Modell mit dem alten Body).
Länge: 151,5 mm (150,5 mm)
Reflektoröffnung: 17,5 mm (17,5 mm)
Durchmesser Kopf: 21,5 mm (21,5 mm)
Durchmesser Tail: 20,5 mm (20,5 mm)
Gewicht: 58 g (56 g)
Gewicht mit Clip: 62 g
Gewicht mit Akku: 114 g (112 g)
Anodisierung (beide Modelle): HA III, gute und gleichmäßige Ausführung.
Tailstand (beide Modelle): ja.
Rollschutz (neues Modell): mit Clip ja, ohne Clip nur bedingt.
Rollschutz (altes Modell): nur bedingt.
Löcher für Lanyard (beide Modelle): ja, in der Tailcap.
wasserdicht (beide Modelle): ja, bestätigt durch Praxistest.
Besonderheiten: abnehmbarer Clip (nur neues Modell).
Diese Daten beziehen sich auf den Vergleich alter/neuer Body der LD 20. Während die LD20 Q5 derzeit noch in zwei Ausführungen erhältlich ist (mit altem und neuem Body), wird die XP-G R4-LED nur bei der Ausführung mit dem neuen Body verbaut. Im weiteren Verlauf des Tests werden nur Leuchtmittel/Lichtausbeute/Lichtbild verglichen.

Fenix LD20 R4 003

Bis auf den Lampenkörper sind beide Modelle optisch identisch.

 

Stromversorgung/Laufzeittest:
Betrieben werden beide LD20 mit zwei AA-Batterien (Akkus). Die LD20 R4 ist werksseitig im Turbo-Modus mit 205 Lumen angegeben, die LD20 Q5 mit 180 Lumen. Die weiteren angegebenen Leuchtstufen der LD20 R4 (in Klammern die Werte der LD20 Q5): Low: 9 Lumen (9); Medium: 50 Lumen (47); High: 105 Lumen (94). Trotz geringfügig höherer Werte soll die Laufzeit bei beiden Modellen laut Hersteller gleich sein.
Der Praxistest erfolgte bei beiden Modellen in der höchsten Leuchtstufe unter Verwendung von zwei vollgeladenen LSD-Akkus mit einer Kapazität von 2100 mAh.
Praxistest Luxmessung:
Luxwerte (in Klammern die Werte der Q5-Version)
beim Einschalten: 2900 (3700)
nach 15 Minuten: 2900 (3700)
nach 30 Minuten: 2900 (3700)
nach 45 Minuten: 2900 (3700)
nach 60 Minuten: 2900 (3700)
nach 75 Minuten: 2900 (3700)
nach 90 Minuten: 2900 (3600)
nach 95 Minuten: 2900 (2900)
nach 100 Minuten: 2900 -
nach 110 Minuten: 2800 -
Nach 115 Minuten brach die Lichtleistung der LD20 R4 innerhalb von Sekunden auf 500 Lux ein, Ende des Tests. Die Wärmeentwicklung bereitet keinen Grund zur Sorge; mehr als handwarm wurde die Lampe während des Testlaufs nicht.
Auch beim Betrieb mit Alkali-Batterien zeigte sich die LD20 äußerst kulant. Der bei vielen Lampen feststellbare Helligkeitseinbruch innerhalb der ersten Minuten blieb aus, auch hier schaffte die Lampe kontinuierliche Werte. Den Test mit Batterien brach ich kurz darauf ab, um selbige zu schonen, zumal ich es für Unsinn halte, eine Lampe mit Batterien zu betreiben, die erstklassig mit Akkus funktioniert.
Die LD20 Q5 wird beim Betrieb etwas wärmer. Im normalen Betrieb dürfte das nicht ins Gewicht fallen, weil die Lampe dabei in der Regel bewegt und dadurch gekühlt wird. Da sie für den Test allerdings auf einem Stativ befestigt war, habe ich sie sicherheitshalber zwischendurch regelmäßig mit einem kleinen Ventilator gekühlt. Nach 97 Minuten brach bei diesem Modell die Lichtleistung ein.
Der Vergleich beider Lampen zeigt sehr schön die größere Effizienz der neuen Cree XP-G-LED. Das (oder zumindest einen Teil dessen), was die XR-E-LED an Mehrwärme abgibt, kann die XP-G-LED in zusätzliche Laufzeit umsetzen.
Fazit: Die Regelung der beiden LD20-Modelle ist ähnlich einer alten Werbung für ein Haarspray. (Morgens: Tokio – die Frisur hält. Mittags: New York – die Frisur hält. Abends: Gefangenenlager irgendwo am Arsch der Welt (oder so ähnlich) – die Frisur hält.) Über die gesamte Laufzeit bleibt die maximale Helligkeit konstant. Besser geregelt kann eine Lampe nicht sein.
Typisch für die Charakteristiken beider Lampen sind die gemessenen Lux-Werte. Obwohl die LD20 Q5 einen geringeren Output hat als die LD20 R4, erzielte sie bei der Messung höhere Werte, da sie das Licht stärker bündelt.

Unterschiede Reflektor/Linse:
Bei der Cree XP-G-R4-Version der LD20 wurde statt des OP-Reflektors der XR-E-Q5-Variante ein SMO verbaut. Dieser ist tiefer als der OP-Reflektor der LD20 Q5. Die Frontlinse besteht bei beiden Modellen aus Glas.

Fenix LD20 R4 004

Bei der R4-Version ist ein Smooth-Reflektor verbaut.

Bedienung:
Identisch. Ein Reverse-Clicky schaltet die Lampe ein und die Helligkeitsstufen durch. Die beiden Modi werden durch Drehen des Lampenkopfs erreicht. Ist der Kopf angezogen, startet die LD20 im Turbo-Modus und schaltet nach Antippen des Clickys in den Strobe-Modus. Durch Lockern des Kopfs gelangt man in den zweiten Modus. Die Schaltreihenfolge hier ist low-medium-hell-SOS.

Beam:
Die LD20 R4 erzeugt einen klar definierten Hotspot, der weich in den Spill übergeht. Die Lampe leuchtet einen größeren Bereich aus, die Gesamtausleuchtung ist homogener und die Lichtfarbe neutraler als bei der Ausführung mit Q5-Version. Dafür kommt letztere von der Reichweite einen Tick weiter. Dass hier die Welt auf dem Kopf zu scheinen scheint, da die LD20 mit OP-Reflektor eine größere Reichweite hat, während die LD20 mit SMO-Reflektor eine gleichmäßigere Ausleuchtung liefert, erklärt sich durch die verwendeten LEDs. Denn die XP-G-LED hat einen größeren Abstrahlwinkel bei geringerer Reichweite als die XR-E-LED der LD20 Q5.

Fenix LD20 R4 005

“White-Wall-Beamshot” beider Lampen. Links die XP-G-R4-Version, rechts die XR-E-Q5-Version.

Resümee:
Mit der LD20 mit XP-G R4-LED liefert Fenix eine gute Arbeit ab. Die Lampe verfügt auf dem Papier über 25 “Mehr-Lumen” gegenüber der Q5-Vaiante, die optisch allerdings nicht sonderlich ins Gewicht fallen. In meinen Augen stellt die Lampe keine Verbesserung gegenüber der Q5-Version dar, sondern vielmehr eine äußerst gelungene Alternative. Während die LD20 Q5 eine größere Reichweite hat, leuchtet die LD20 R4 einen größeren Bereich gleichmäßiger aus.
Was neue und alte Ausführung der Bodys betrifft, zeigt sich Fenix wenig anwenderfreundlich. Durch das Baukastenprinzip konnte jede “alte” LD20 auch zur LD10 umgebaut werden. Zwar funktioniert das auch bei den Modellen mit neuem Body untereinander. Wer jedoch einen neuen Kopf oder eine neue Tailcap auf einen alten Body schrauben möchte (und umgekehrt) erlebt eine böse Überraschung, da diese nicht mehr untereinander kompatibel sind. Wer also beispielsweise eine ältere LD10 hat, die er zur LD20 umbauen möchte, kann nun nicht einfach mehr nur einen LD20-Body kaufen, sondern muss gleich die komplette LD20 erwerben. Okay, so funktioniert Marktwirtschaft nun mal, schade ist es trotzdem.
Der aktuelle Verkaufspreis liegt bei rund 60 Euro (Stand: April 2010). Weitere Infos gibt es auf der Herstellereite www.fenixlight.com. Die Lampen wurden freundlicherweise von Fenix und von Bernd Auler vom Flashlightshop (www.flashlightshop.de) zur Verfügung gestellt.

Die Outdoor-Beamshots wurden mit einer Belichtungszeit von 2 Sekunden bei Blende 4 aufgenommen. Das obere Bild zeigt die LD20 mit der XP-G R4-LED, das untere die LD20 mit der XR-E Q5-LED.

Fenix LD20 R4 006

Fenix LD20 R4 007

  1. Dimitry94
    10. April 2010, 22:09 | #1

    Ich kann dir wirklich nur Recht geben, diese Lampe ist wirklich klasse. Dein Testbericht ist echt gut, könnte man als professionell bezeichnen Ich selber kann auch die neue Fenix LD 20 mein eigen nennen und bin wirklich begeistert. Die Taschenlampe lag bei einem Cache bei dem man durch ein 1meter Rohr unter einer Autobahn her muss schon in einem Bach, der ungünstigerweise auch durchs Rohr fluss und da hatte ich wirklich Angst um meine Lampe. Allerdings ist alles wirklich gut gegangen. Fenix kann mit Recht behaupten, dass ihre Lampe “spritzwasserdicht” ist.

  2. Lichtinsdunkel
    10. April 2010, 22:51 | #2

    Hallo Dimitry 94,
    danke fürs Lob, schön, dass dir der Bericht gefallen hat. Bezüglich der Professionalität sehe ich mich noch als Lernenden – nicht, was das Schreiben angeht, damit verdiene ich schließlich einen Teil meines Geldes – aber alles rund um Taschenlampen ist bei mir noch ausbaufähig, da gibt es ganz andere Kaliber, die über wesentlich fundiertere, längere und bessere Kenntnisse verfügen. Ich versuche halt das, was ich verstehe, in Worte zu fassen. Und wenn das anderen gefällt/ bei einer möglichen Lampenauswahl hilft – umso besser.
    Die Lampe ist übrigens nicht nur “spritzwasserdicht”, sie kann auch gut und gerne mal länger in einer Pfütze liegen ohne Schaden zu nehmen.

  3. RadlerAndi
    11. April 2010, 02:23 | #3

    Schade, habe die “alte” LD20 und beim FlashLightShop gibts nur den “neuen” LD10-Body. Bei 22+5 Euro hätte ich glatt zugeschlagen, aber sind ja leider nicht kompatibel.
    Gibts die “alten” Bodies sonst irgendwo?
    Gruß, Andreas

  4. Lichtinsdunkel
    11. April 2010, 11:30 | #4

    Frag doch einfach mal beim Flashlightshop nach. Vielleicht hat der noch Restbestände.
    Gruß
    Walter

  5. John
    11. April 2010, 16:30 | #5

    hat schon jemand Erfahrung mit diesem http://www.eos-led.com/de/LED-Produkte/Taschenlampen Anbieter hat ähnliche Produkte

  6. jackyly
    18. April 2010, 13:22 | #6

    Wir freuen uns schon sehr auf diese Lampe ( besonders meine Tochter ) !

    Hoffentlich kommt da auch freude auf………….grad bestellt (-;

    Gruß

  7. Qrank
    21. September 2010, 18:08 | #7

    Hi,

    ich suche eine Taschenlampe zum Geocaching und möchte hierbei nochmal nachfragen: Mit herkömmlichen AA Batterien hält die Lampe dann doch sicher im low oder middle bereich länger als nur um die 100 minuten, oder wie ist der Messwert genau zu verstehen. Ich denke an sich eignet sich die Lampe prima, zumal sie nicht zu groß ist, eine wahnsinns Leuchkraft besitzt und irgendwie auch stylisch aussieht ;) Gibt es in dem oder in einem unterem Preissegment noch ähnliche, oder wäre das auch die beste Variante was Preis/Leistung betrifft!?

    Danke schon mal für den Bericht und für evt. Antworten

    Patrick

  8. Koki87
    15. November 2010, 15:35 | #8

    Hallo,

    ist die Fenix LD 20 Premium “R5″ schon wieder ein neues Model?! Habe eben folgenden Forenbeitrag gefunden:
    http://www.messerforum.net/showthread.php?p=742849#post742849

    Gruß,

  9. Lichtinsdunkel
    21. November 2010, 11:48 | #9

    Ist mir leider nicht bekannt. Am besten mal bei Fenix direkt nachfragen.

    Gruß
    Walter

  10. 8. Dezember 2010, 21:41 | #10

    Vielen dank für den super Bericht. Und ja, es gibt die Lampe nun mit R5 LED. Vielleicht magst du dazu ein Update erstellen?! Ansonsten super, bitte so weitermachen! :)

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