Wo viel Licht entsteht, entsteht auch viel Schatten.

Review Jaunt E7

Review Jaunt E7

Jaunt E7 001
Die Jaunt E7 ist ein gutes Beispiel dafür, was man beim Bau einer Taschenlampe alles verkehrt machen kann.


Verpackung/Lieferumfang:

In einem stabilen Pappkarton sind neben der Lampe ein Holster, ein Lanyard, ein Ersatz-O-Ring und eine “VIP-Card” enthalten. Weiterhin finden sich im Karton noch ein Ladegerät und ein 18650-Akku, die beim Testmodell nicht enthalten waren.

Jaunt E7 002
Lieferumfang des Testmodells.


Beschreibung der Lampe:
Länge: 137 mm
Reflektoröffnung: 28 mm
Durchmesser Kopf: 36 mm
Durchmesser Tail: 23,5 mm
Gewicht: 108 g
Gewicht mit Akku: 156 g
Anodisierung: HA II, die Ausführung könnte besser sein.
Tailstand: ja.
Rollschutz: ja.
Löcher für Lanyard: ja, in der Tailcap und am Combatring.
wasserdicht: ja, durch Praxistest bestätigt.
Besonderheiten: Beim Auspacken fiel zunächst ein leichtes Klappern auf. Die Ursache war die Pill, die nicht richtig festgeschraubt war. Beim Festziehen fiel dann auf, dass die Platine mit der LED nur aufgelegt wurde und lediglich durch das Loch im Reflektor in Position gehalten wird. Der Combatring als Rollschutz und für die Haltung im Zigarrengriff ist fester Bestandteil des Lampenkörpers. Die Anodisierung ist, obwohl vom Hersteller als HA III angegeben, nur vom Typ II. An einigen winzigen Stellen kommt noch das Aluminium durch, hier wurde ein wenig schlampig gearbeitet. Ob man mit der “VIP-Card” an einem Gewinnspiel teilnehmen kann oder einen Logenplatz in der chinesischen Oper bekommt, entzieht sich meiner Kenntnis, da sie in chinesischer Sprache gehalten ist.

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Zugeschaut und mitgebaut: Die Platine wurde einfach nur aufgelegt und festgelötet.

 

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Durch das Loch im Reflektor wird die LED “zentriert”.

 

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Der Ring für die Haltung im Zigarrengriff ist fester Bestandteil des Bodys.

 

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Nur chinesische VIPs wissen, was mit dieser Karte anzufangen ist.


Stromversorgung/Laufzeittest:
Betrieben wird die Lampe mit einem 18650-Akku oder alternativ mit zwei CR123-Batterien. Laut Hersteller liefert sie in der hellsten Stufe 248 Lumen, was doch ein wenig gestrunzt ist, wie die Bilder weiter unten zeigen. Zum Test trat die Lampe in der hellsten Stufe an. Als Stromversorger diente ein 18650-Akku mit einer Kapazität von 2400mAh. Beim Einschalten zeigte das Luxmeter 9.700 Lux.
Praxistest Luxmessung:
Weitere Messergebnisse:
nach 15 Minuten: 9.000 Lux
nach 30 Minuten: 8.300 Lux
nach 45 Minuten: 6.900 Lux
nach 60 Minuten: 6.800 Lux
nach 75 Minuten: 6.400 Lux
nach 90 Minuten: 6.000 Lux
nach 105 Minuten: 5.800 Lux
nach 120 Minuten: 5.600 Lux
nach 150 Minuten: 5.500 Lux
nach 180 Minuten: 5.300 Lux
Nach vier Stunden zeigte das Luxmeter noch einen Wert von 3.100 Lux. Der Akku wurde nach Entnahme mit 3,61 Volt gemessen. Beim ersten Testlauf legte die Lampe nach 50 Minuten ein ungewöhnliches Verhalten an den Tag. Die Werte am Luxmeter kletterten um 600 Lux nach oben und lagen über dem nach 45 Minuten gemessenen Wert. Bei der Wiederholung des Tests mit einem anderen Akku gleicher Kapazität verhielt sich die Lampe “brav” und wurde nicht mitten im Test wieder heller. Bis zum Ende des Tests blieb die Differenz von 600 “Mehr-Lux” aus Versuch 1 gegenüber dem zweiten Testlauf konstant.
Fazit: Das Positive zuerst: Die Lampe hat kein Wärmeproblem. Auch beim Ausschalten des beim Test prophylaktisch zugeschalteten Ventilators über einen längeren Zeitraum wurde die Lampe nie mehr als handwarm. Was angesichts der Tatsache, dass die Lampe von Beginn der Laufzeit an kontinuierlich dunkler wird, nicht verwundert. Bereits nach 20 Minuten hat die E7 zehn, nach 45 Minuten fast 30 Prozent ihrer Ausgangshelligkeit eingebüßt. Nach 50 Minuten verhält sich die Lampe geregelt; ab diesem Zeitpunkt geht der Lichtabbau nur sehr langsam vonstatten.

Reflektor/Linse:
Die LED ist eine Cree 7090 XR-E Q5. Als Reflektor dient ein OP aus Aluminium, der hinter einer Glaslinse sitzt.

Bedienung:
Eingeschaltet wird die Lampe mit einem leichtgängigen Forward-Clicky. Sie verfügt über fünf Leuchtstufen, die in der Reihenfolge high-medium-low-Strobe-SOS durchgeschaltet werden. Die Betonung liegt hier auf “Schalten”, denn eine Tastfunktion gibt es nicht. Um die nächste Leuchtstufe zu erreichen, muss der Clicky innerhalb von zwei Sekunden ganz durchgedrückt werden. Morsen und Momentlicht sind dadurch nicht möglich. Die Lampe hat keine Memory-Funktion und startet immer in der hellsten Leuchtstufe.

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Die Bedienung ist ungewöhnlich, da der Schalter über keine Tastfunktion verfügt. Der Schalter selbst macht nicht den hochwertigsten Eindruck.


Beam:
Der Hotspot setzt sich mit einigen “Cree-Ringen” deutlich von Spill ab. Auf die Entfernung wird der Übergang fließender. Die Ausrichtung der Lampe liegt irgendwo zwischen “noch Fluter” und “leichtem Thrower”.

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“White wall beamshot” der Jaunt E7.


Resümee:
Auch hier das Positive zuerst: Die Jaunt E7 macht vorne Licht, wenn man hinten draufdrückt. Doch angefangen mit Äußerlichkeiten wie der nicht gut ausgeführten Anodisierung über die LED-Einheit, die einfach nur “aufgelegt” ist bis hin zur fehlenden Regelung bzw. einer Regelung, die erst dann einsetzt, wenn man den Akku eigentlich bereits getauscht hat, wurde so ziemlich alles verkehrt gemacht. Erhältlich ist die Lampe für 44$. Auch, wenn Ladegerät und Akku in diesem Preis enthalten sind, ist das immer noch viel zu teuer. Qualitativ vergleichbare Lampen ohne jegliches Zubehör gibt es beim China-Dealer des Vertrauens bereits für 15 bis 20 Euro.

Die Outdoor-Beamshots wurden mit einer Belichtungszeit von 2 Sekunden bei Blende 4 und 800 ASA aufgenommen. Das erste Bild zeigt die Jaunt E7 (angegeben mit 248 Lumen), das mittlere die EagleTac P20A2 (angegeben mit 230 Lumen). Ganz unten: Fenix TK11 R2 (angegeben mit 240 Lumen).

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