Wo viel Licht entsteht, entsteht auch viel Schatten.

Preview Led Lenser M7

Preview Led Lenser M7

Led Lenser M7 001

Die Led Lenser M7 wird voraussichtlich im Juli in den Handel kommen und einige interessante Features mitbringen. Kann die neue Zweibrüder-Lampe halten, was sie verspricht?

Verpackung/Lieferumfang:
Das Testmodell kam im gleichen Pappkarton, in dem auch die P7 und die T7 ausgeliefert wurden (werden). Falls der endgültige Lieferumfang dem des Testkandidaten entspricht, werden neben der Lampe vier AAA-Batterien zur Stromversorgung, ein Lanyard, ein Gürtelclip, eine Bedienungsanleitung und eine kleine Werbebroschüre des Herstellers enthalten sein.

Beschreibung der Lampe:
Länge defokussiert: 136,5 mm
Länge fokussiert: 141 mm
Öffnung der Linse: 31 mm
Durchmesser Kopf: 37 mm
Durchmesser Tail: 29,5 mm
Gewicht: 147 g
Gewicht mit Akkus: 193 g
Anodisierung: HA II der besseren Sorte.
Tailstand: nein.
Rollschutz: nein.
Löcher für Lanyard: ja. In der Tailcap ist ein Loch mit einer Öse zur Lanyardaufnahme. Diese Öse kann durch Aufbiegen auch entfernt und das Lanyard direkt im Loch befestigt werden.
wasserdicht: spritzwassergeschützt.
Besonderheiten: Die Lampe ist durch einen Schiebemechanismus fokussierbar. Um ein ungewolltes Verstellen zu verhindern, kann der verschiebbare Lampenkopf arretiert werden. Die M7 verfügt über mehrere Leuchtstufen und Blinkmodi sowie zwei Helligkeitsprogramme, die auf alle Modi anwendbar sind.

Led Lenser M7 002

Bei der M7 kann der Lampenkopf in jeder Fokuseinstellung arretiert werden.

Stromversorgung/Laufzeittest:
Der Betrieb ist wahlweise mit vier AAA-Batterien oder AAA-Akkus möglich. Die Batteriehalterung hat Zweibrüder von den Vorgängermodellen übernommen. Da über Pro und Contra dieser Halterung schon genug geschrieben wurde, erspare ich mir das an dieser Stelle. Herstellerseitig ist die M7 mit 220 Lumen angegeben.
Neben den verschiedenen Modi, die weiter unten noch beschrieben werden, verfügt die M7 über zwei Modi-übergreifende Energieprogramme, von Zweibrüder als “Energy Saving Modus” und “Constant Current Modus” bezeichnet. In Letzterem startet die Lampe mit maximaler Helligkeit, die für wenige Minuten konstant bleibt und in den nächsten Minuten auf 60 Prozent der maximalen Helligkeit fällt. Diese 60 Prozent bleiben eingestellt bis die Batterien leer sind. In diesem Programm wird die Helligkeit nur über die eingebaute Temperatur-Kontroll-Einheit reguliert. Ein kurzes Aus- und wieder Einschalten der Lampe genügt, um wieder die volle Leuchtkraft zu haben, sofern die Akkus noch über eine ausreichende Kapazität verfügen. Im Energiesparprogramm verhält sich die Lampe zu Beginn genau so, allerdings wird die Helligkeit hier auf 50 Prozent heruntergeregelt und nach 25 Minuten auf 15 Prozent. Um zwischen den Energieprogrammen zu wechseln, muss der Schalter achtmal angetippt und dann durchgedrückt werden. Das mag sich zunächst umständlich anhören, doch in der Regel wird man sich, je nach Nutzerprofil, ohnehin nur für eines der beiden Programme entscheiden und diese Funktion somit nicht häufig benötigen. Die Anwahl des Energiesparprogramms zeigt die Lampe durch Leuchten und anschließendes Herunterdimmen an, die Anwahl des “Constant Current Modus” durch Leuchten und schlagartiges Ausgehen nach wenigen Sekunden. Für den Test wurde der “Constant Current Modus” gewählt, alle Werte und Laufzeiten beziehen sich auf dieses Programm. Im Energiesparprogramm dürften die Laufzeiten deutlich länger sein. Der Test erfolgte mit vier LSD-Akkus mit einer Kapazität von 800 mAh bei komplett fokussierter Lampe.
Praxistest Luxmessung:
Direkt nach dem Einschalten wurden 18.500 Lux angezeigt. Innerhalb der ersten fünf Minuten fiel der Wert auf 15.900 Lux. Nach zehn Minuten Laufzeit lag der Wert bei 13.000 Lux. Weitere Messergebnisse:
nach 15 Minuten: 13.000 Lux
nach 20 Minuten: 12.900 Lux
nach 30 Minuten: 12.800 Lux
nach 40 Minuten: 13.000 Lux
nach 50 Minuten: 13.300 Lux
nach 60 Minuten: 13.100 Lux
Wenig später fiel der Wert innerhalb von Sekunden rapide und nahm konstant weiter ab. Nach 65 Minuten lag der Wert nur noch bei 3600 Lux, Tendenz: fallend. Eine Minute später zeigte die Lampe durch Blinkzeichen an, dass die Akkus gewechselt werden sollten.
Fazit: Die M7 verfügt über eine gut funktionierende Regelung, die die Helligkeit über eine Stunde nahezu konstant hält. Während des Testlaufs wurde die Lampe zwar warm, eine übermäßige Temperaturentwicklung war jedoch nicht bemerkbar.

Led Lenser M7 003

Das Batteriemagazin wurde von den Vorgängermodellen übernommen.

Reflektor/Linse:
Eine von Zweibrüder nicht näher spezifizierte Cree-LED sorgt fürs Licht. Bei näherer Betrachtung handelt es sich nicht um die neue Cree XP-G-, sondern weiterhin um eine Cree XR-E-LED. Statt eines Reflektors verfügt die Lampe über eine Plastiklinse, die in einem Tubus vor- und zurückgeschoben werden kann.

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Die Linse mit Blick auf die LED.

Bedienung:
Eingeschaltet wird die M7 mittels eines Clickys in der Tailcap. Der Druckpunkt des Clickys ist relativ hart. In der Zigarrengriffhaltung funktioniert das Einschalten problemlos, in der taktischen Fausthaltung bedarf es allerdings schon einiges an Kraft, um den Schalter durchzudrücken. Allzu griffig ist die Lampe nicht, mit feuchten Händen kann sie auch gut und gerne schon mal aus der Hand rutschen. Mit dem Schalter/Taster werden die verschiedenen Helligkeitsstufen durchgeschaltet bzw. die verschiedenen Modi aktiviert. Der von anderen Zweibrüder-Produkten bekannte Turbo-Modus durch Antippen des Clickys im ein- sowie ausgeschalteten Zustand der Lampe kann bei der M7 aus diesem Grund nur durch Antippen und Halten des Clickys im ausgeschalteten Zustand angewählt werden.
Die M7 verfügt über drei Modi, von Led Lenser mit “Easy Mode”, “Professional Mode” und “Tactical Mode” bezeichnet. Der “Easy Mode” bietet zwei Leuchtstufen, eine helle und eine dunklere, wobei die dunklere im Vergleich zu den dunkleren Stufen der P7 und T7 deutlich heller ist. Nach dem Einschalten ist zunächst die helle Stufe verfügbar, durch Antippen des Clickys kann zwischen beiden Stufen gewechselt werden. Auch Morsen ist möglich. Um in den “Tactical-Mode” zu gelangen, muss die Lampe wieder ausgeschaltet werden, der Schalter viermal kurz angetippt und anschließend durchgedrückt werden. Die Lampe gibt durch Blinkzeichen zu verstehen, dass der nächste Modus jetzt aktiviert ist. In diesem Modus gibt es ebenfalls zwei Stufen: hell und schneller Strobe. Nach abermaligem Ausschalten, viermaligem Antippen und anschließendem Durchdrücken des Schalters wird der dritte Modus (Professional Mode) aktiviert. Auch hier werden die einzelnen Stufen durch Antippen des Clickys durchgeschaltet. Die Schaltreihenfolge ist hell-dunkel-Blinken-SOS-schneller Strobe. Wiederholt man die Ausschalt-Tipp-Durchdrück-Prozedur, gelangt man wieder in den ersten Modus. Der jeweils zuletzt angewählte Modus bleibt gespeichert, wobei die Lampe in jedem Modus immer in der hellsten Stufe startet.
Im “Easy”- und im “Professional Mode” gibt es darüber hinaus noch eine Dimm-Funktion. Schaltet man die Lampe ein, tippt den Schalter an und hält ihn gedrückt, steigt die Helligkeit stufenlos von 15 auf 100 Prozent an. Lässt man den Schalter bei Erreichen der gewünschten Helligkeit los, leuchtet die Lampe in dieser Helligkeit weiter.
In allen Einstellungen kann durch Vor- und Zurückschieben des Lampenkopfs stufenlos zwischen Streu- und Punktlicht gewechselt werden.

Led Lenser M7 005

Bei der M7 übernimmt der Clicky viele zusätzliche Funktionen.

Die Lock-Funktion:
Eine Neuerung bei der M7 ist die Lock-Funktion. Der Lampenkopf kann nicht mehr komplett gedreht werden, sondern hat links und rechts einen Anschlag. Dreht man den Kopf nach rechts, kann man ihn stufenlos vor- und zurückschieben. Dreht man ihn nach links, rastet er in der gewählten Fokusstellung ein. Mechanisch umgesetzt wurde das folgendermaßen: In den Tubus, der auf dem Body verschoben werden kann, wurde eine Nut gefräst. Diese Nut greift an einem Ring, der unter der LED-Einheit sitzt und plan mit dieser abschließt, in eine kleine Plastiknase. Dreht man den Lampenkopf nach links, wird der Ring nach außen aufgedrückt und drückt gegen den Tubus, der sich dadurch nicht mehr verstellen kann. Wie jetzt allerdings das Innenleben des Rings aussieht, sollte jemand beantworten, der in der Schule in Physik besser aufgepasst hat als ich. Fakt ist jedenfalls, dass das Prinzip funktioniert. Zwar lässt sich der Tubus mit einem Mehraufwand an Kraft auch im arretierten Zustand verschieben, von alleine verstellt er sich jedoch nicht. Ob der Mechanismus aufgrund des verwendeten Materials (Kunststoff) auch über Jahre noch einwandfrei funktioniert, kann wohl nur der langfristige Praxisbetrieb zeigen.

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Eine Ausfräsung im Tubus greift in eine kleine Plastiknase an einem Ring unter der LED-Einheit.

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In dieser Stellung kann der Fokus stufenlos verstellt werden. Dreht man den Lampenkopf…

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…drückt der Ring gegen den Tubus und sorgt dafür, dass die gewählte Fokuseinstellung arretiert wird.

Beam:
Auch bei der M7 wird die Möglichkeit der stufenlosen Fokussierung durch zahlreiche Donuts im Beam erkauft. Lampenästheten werden ob dieser Tatsache die Nase rümpfen, normale Nutzer wird es mal mehr, mal weniger stören.

M7 vs P7:
Zunächst einmal unterscheiden sich die beiden Lampen schon rein äußerlich ein wenig. Hier noch mal die Daten der M7, (in Klammern die Daten der P7).
Länge defokussiert: 136,5 mm (133 mm)
Länge fokussiert: 141 mm (140 mm)
Öffnung der Linse: 31 mm (25 mm)
Durchmesser Kopf: 37 mm (37 mm)
Durchmesser Tail: 29,5 mm (29,5 mm)
Gewicht: 147 g (148 g)
Gewicht mit Akkus: 193 g (194 g)
Zwar sind beide Lampenköpfe vom Außendurchmesser identisch, jedoch ist die Materialstärke des M7-Kopfs an der Linseneinfassung geringer und der Kopf tiefer. So kann eine entsprechend größere Linse verwendet werden. Daurch punktet die M7 gegenüber der P7 deutlich bei den Extremeinstellungen des Fokus’. Komplett defokussiert liefert sie einen breiteren Lichtkegel als die P7, komplett fokussiert bündelt sie das Licht auf weite Entfernungen stärker.
Auch über die Abmessungen hinaus gibt es einige Unterschiede. Die Mehr-Lumen der M7 sind auch ohne Messgerät mit bloßem Auge gut zu erkennen, die M7 ist einen Tick heller. Im Gegensatz zur P7 ist die M7 geregelt und darf laut Hersteller auch mit Akkus betrieben werden Zwar funktioniert auch die P7 problemlos mit Akkus (beim Test kamen ebenfalls LSD-Akkus mit einer Kapazität von 800 mAh zum Einsatz), allerdings ist der Output mit zunächst 9.800 Lux direkt nach dem Einschalten und dann konstanten 9.100 Lux deutlich niedriger. Mit neuen AAA-Alkalines bestückt, wurden bei der P7 direkt nach dem Einschalten 11.500 Lux gemessen, doch bereits nach wenigen Minuten sank der Wert unter die mit Akkus erreichten 9.100 Lux und fiel über die gesamte Laufzeit weiter ab.

Led Lenser M7 009

Alles Kopfsache: Links die M7, rechts die P7.

Der Pflegefall:
Eigentlich könnte das Review hier zu Ende sein und ich zum Fazit kommen, hätte Led Lenser beim Lieferumfang nicht das Holster durch einen Gürtelclip ersetzt. Die Lampe rastet mit einem lauten Klicken im Clip ein und sitzt dort so stramm und fest, dass sie, auch ohne dass der Clip überhaupt am Gürtel befestigt ist, nur mit zwei Händen und Brachialgewalt wieder herauszubekommen ist. Im Praxisbetrieb dürfte man eher die Hose verlieren, als die Lampe aus dem Clip heraus zu bekommen. Versucht man, die Lampe aus dem Clip zu schieben, wird das durch unschöne Kratzgeräusche begleitet. Sollte diesen Clip tatsächlich jemand benutzen, kann er die Lampe spätestens nach einer Woche neu anodisieren lassen oder aber sich über einen silbernen M7-Body freuen.

Led Lenser M7 010

Der Gürtelclip ist eine Fehlkonstruktion.

Led Lenser M7 011

Die Lampe sitzt so stamm und fest, dass sie kaum heraus zu bekommen ist.

Resümee:
Die Frage, ob die M7 die “bessere” P7 oder T7 ist, ist schnell beantwortet: eindeutig ja. Mit diesem Modell sind die zwei Brüder auf dem richtigen Weg. Die Lampe verfügt über eine gut funktionierende Regelung und ist offiziell für den Betrieb mit Akkus zugelassen. Der Schiebefokus ist arretierbar, ein ungewolltes Verstellen wird dadurch vermieden. Die M7 ist heller als ihre Vorgänger, leuchtet eine größere Fläche aus und bündelt das Fernlicht stärker. Auch an der Anodisierung hat Zweibrüder gearbeitet und sie, im Vergleich zu meiner ein Jahr alten P7, verbessert. Wer Strobe, Blinken und SOS braucht, kann zwischen verschiedenen Modi wählen, wer darauf keinen Wert legt, kann die zusätzlichen Modi ignorieren, da eine zufällige Aktivierung durch das gute Bedienkonzept verhindert wird. Über den Gürtelclip ist nichts weiter zu sagen, außer, dass er bitte, bitte nicht im Lieferumfang enthalten sein darf, wenn die Lampe in die Läden kommt. Schön wäre auch, wenn die Lampe statt mit Batterien mit Akkus ausgeliefert würde, wie es bereits bei der H7R praktiziert wird, das schont die Umwelt und den Geldbeutel.
Die Testlampe wurde freundlicherweise von Zweibrüder zur Verfügung gestellt.

Led Lenser M7 012

Die neue Zweibrüder und ihre zwei Brüder. Von links nach rechts: M7, T7, P7.

Die Outdoor-Beamshots wurden mit einer Belichtungszeit von 2 Sekunden bei Blende 4 aufgenommen. Die beiden orangenen Reflektoren sind 20 bzw. 40 Meter entfernt, der rote 60 Meter, der weiße 70 Meter. Die Bilder 1+2 zeigen die M7 und die P7 komplett defokussiert, die Bilder 3+4 beide Lampen halbfokussiert und die Bilder 5+6 beide Lampen komplett fokussiert. Oben ist jeweils die M7.

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